Wednesday 07. June to Wednesday 28. June 2017

Grenzland

Manuela Fischer

Opening Reception / Vernissage: Wednesday 07. June 2017 18:30

Führung mit Helmut Weissert: Mittwoch, 14. Juni, 18:30 Uhr
Manuela Fischer: Druck-Experimente auf Objektmaterial. Foto: Christian Schröckel, Manuela Fischer. Objektentwicklung: Maya Spiri. Filmsequenz: Jan Eric Mack, Aurelio Buchwalder. Nach einer Idee von Helmut Weissert (Geologe).

Afrika im Herzen von der Schweiz sichtbar machen. "Grenzland" zeigt das Fremde im eigenen Land und sensibilisiert so für die grossen Zusammenhänge. Vor mehr als 50 Millionen Jahren prallten die europäische und die afrikanische Kontinentalplatte aufeinander. Da sich die afrikanische Gesteins-Decke auf die nördliche Decke Europas aufschob, ist sie nun in der Region Arosa–Hörnli–Tschirpen auch heute noch sichtbar.


33 glitzernden „Grenzmarken“ ziehen sich über rund einen Kilometer Länge und markieren das Grenzland, welches den europäischen und afrikanischen Kontinent miteinander verbindet. Es handelt sich um bewegliche Objekte, die an 3 Meter langen Stangen montiert sind. Die Objekte spiegeln das Sonnenlicht am Tage, und werden nachts vom Mondlicht reflektiert. Mit der Windkraft kommen die Objekte in Bewegung, reflektieren und strahlen, weit über die Grenzen von Grenzland hinweg. Ein genauso reales, wie poetisches Erlebnis mit einprägsamen Licht- und Leuchtzeichen entlang der Bergflanke des Tschirpen.


Das "Grenzland" entstand, weil zwischen den tektonischen Platten einst ein Ozeon lag. Durch das Aufeinanderdriften der tektonischen Platten ist heute quasi als Zeuge dieser mächtigen Verschiebung ein Gesteinsband am Fuss der Dolomitberge  sichtbar. Eine Spur, welche sich vom Hörnli bis Arosa verfolgen lässt. Auch das Weisshorn wurde als «Splitter» Afrikas bei der Kollision der Platten mit den Ozeanboden-Gesteinen vermischt.



"Grenzland", das nun dokumentarisch als Druckexperimente auf dem Objektmaterial in der Trace Gallery Einzug hält, soll zu Gesprächen über geologische Zeit, über verschwindende und versteckte Grenzen, über Landschaften, über Natur- und Kulturlandschaften anregen. Dabei setzt es gleichsam ein kraftvolles Zeichen für ein friedvolles Zusammenwirken der Menschen in Europa. Jahrmillionenalte Erdgeschichte wird sicht- und erlebbar gemacht. Schon allein die gigantischen zeitlichen und räumlichen Dimensionen tragen dazu bei, den Blick auf Grenzen, auf Eigenes und Fremdes zu relativieren.


Das Grenzland-Projekt basiert auf einer Idee von Helmut Weissert und wurde von der Grafikerin (und SAC-Hüttenwartin) Manuela Fischer, Winterthur, projektiert und realisiert. Unterstützt wurde sie dabei von der Produktdesignerin Maya Spiri, Winterthur, die die Grenzobjekte mit ihr entworfen und konstruiert hat. Durch Zusammenarbeit mit den Industriepartnern wurde das Objekt zur Serienreife entwickelt. Die Kleinserie von 33 Stück, wurde für Grenzland exklusiv in Handarbeit gefertigt.

Artwork Exhibition